Die Morgenluft ist kühl. Der Atem formt kleine Wolken vor meiner Nase und die Sonne strahlt kristallklar. Einzig ein paar durchscheinende Wolkenschleier ziehen langsam über den Himmel. Und dort, direkt neben den blutroten Blättern des Ahorns sehe ich etwas, was ich schon immer einmal sehen wollte: Einen Halo.

Verwaschene Regenbogenfarben. Sonnenlicht, dass sich in 8000-13000 Metern Höhe in Eiskristallen bricht und nun einen Ring um die Sonne bildet.
Mir läuft Gänsehaut über den Körper, als mir wieder einmal bewusst wird, wie wunderschön, einmalig und verzaubert die Welt ist, in der wir leben dürfen:
Jedes Jahr wandert unser blaue Planet einmal um einen glühenden Gasball, den wir Sonne nennen. Jeden Tag dreht sich die Erde einmal um sich selbst. Und der Mond, unser treuer Begleiter, wandert einmal im Monat rund um uns herum, bewegt die Meere zu Ebbe und Flut.
Und die Mutter der ganzen Schöpfung ist die universelle Seele, die ohne Anfang und Ende ist und die Quelle der Schönheit und Liebe
Khalil Gibran (1883-1931)
Wir kommen aus dem Nichts und wir gehen in das Nichts.
Wir sind kurze Funken in einem Universum, das so viel größer ist, als wir es uns vorstellen können.
Und hier, in diesem Mikrokosmos unseres Daseins, werden wir Zeuge dieser Naturschauspiele, diesem Lebenszauber.
Ich muss nicht an Magie glauben – die Tatsache, dass wir leben, dass es uns überhaupt gibt, das ist für mich pure Magie.
Eine zauberhaften Sonntag,
Dr. Buhl